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Die wunderschöne Prinzessin

Gepostet von Jocky um 23:01


Vor ein paar Tagen habe ich einer Freundin diese Geschichte geschrieben, die sie sehr berührt hat. Ich glaube, dass sie auch mehr Frauen eine Hilfe sein könnte. Ich bin immer wieder erstaunt, wie eindeutig bildhübsche Frauen, daran zweifeln dass sie wirklich schön sind. Daher will ich nun diese Geschichte hier veröffentlichen. Vielleicht berührt sie ja auch euch.

Die wunderschöne Prinzessin
Es war einmal vor lang, langer Zeit eine wunderschöne Prinzessin. Wunderschön von innen und außen. Sie hatte das Herz am richtigen Fleck. Alle ihre Freundinnen sagten ihr das immer wieder wie schön sie doch war.  Nicht dass man es ihr extra sagen hätte müssen, denn es war für alle offensichtlich.

Auch der weise Bibliothekar des Palastes sagte es ihr immer wieder und begrüßte sie immer wieder mit „Du Hübsche!“

Jünglinge aus nah und fern machten sich immer wieder auf den Weg, um um das Herz der jungen, wunderschönen Frau zu werben. Ein Bewohner des Nordreiches im hohen eisigen Norden reiste extra den langen Weg an, um ihrer Schönheit zu huldigen und ihr Herz zu gewinnen… All diesen Männern erteilte die junge Schönheit jedoch immer sehr schnell eine Abfuhr, weil sie auf den perfekten Prinzen wartete…

Wenn man sich diese Geschichte bis hierher angehört hatte, könnte man meinen, dass diese wunderschöne Maid die glücklichste Frau der Welt gewesen wäre. Beliebt, umworben und voller Schönheit und Anmut.

Doch leider war dem nicht so. Schon sehr früh in ihrer Kindheit hatte eine böse Fee das junge Mädchen mit einem Zauber belegt, so dass das junge Ding seitdem eine unsichtbare Brille trug. Egal in welchen Spiegel sie schaute, egal wer ihre Schönheit lobte, sie konnte es nicht glauben, weil sie selber nur ein Monster wahrnahm.

Die Leute würden sie nur schön nennen, weil sie als Volk des Königs das ja so tun müssten.

Stattdessen stürzte sich das junge Ding in alle möglichen Aktivitäten, um die heißersehnte Schönheit zu erlangen. Schminke, Fitness und gesunde Ernährung.

Natürlich bewirkten all diese Methoden, dass ihre Schönheit noch weiter zunahm, aber die unsichtbare Brille der Fee verhinderte, dass sie selber ihre Schönheit genießen oder überhaupt wahrnehmen konnte.

Stattdessen hoffte sie, dass der Traumprinz, den sie hoffentlich bald finden würde, ihr endlich zeigen würde, dass sie wunderschön wäre… Sie war sogar der Meinung, dass dieser so sein müsse wie sie, damit er sie verstehen und annehmen könnte wie sie war.

In Gegensatz zu allen anderen um sich herum, hielt nämlich die wunderschöne Prinzessin sehr wenig von sich.

Natürlich ist jedem Leser längst klar, dass jeder Traumprinz scheitern müsste, da sie ihm das ja auch nicht abnehmen würde, dass sie für ihn wunderschön wäre – außer auch er hätte magische Fähigkeiten und könnte die Brille der Fee wegzaubern, so dass ihre Seekraft wieder hergestellt wäre und sie ihre eigene Schönheit und Anmut erkennen und genießen könne.

Wie auch immer – es gab keinen Traumprinz, der diese Aufgabe auf die eine oder andere Weise hätte vollbringen können. Und so blieb die Prinzessin todunglücklich, wenn nicht…

Ja wenn nicht der Bibliothekar eine uralte Passage in den alten Schriften der Bibliothek gefunden hätte. Dort hieß es nämlich, dass der König des Landes die Fähigkeit hatte, jedem Mann und jeder Frau des Landes zu zeigen, welche Identität sie hatte, wer sie als Mann und Frau wären, tiefen Frieden mit sich selbst zu schließen. Der König hätte sogar die Fähigkeit tiefe Wunden zu heilen und Verwünschungen der Fee weg zu nehmen…

Das einzige was man dazu tun müsse, wäre einfach Zeit in den Armen des Königs zu verbringen und seinen heilenden und wohltuenden Worten zu zu hören! Es hieß sogar, dass er das richtig gerne tun würde, dass er sich sogar danach sehnen würde, dass Leute zu ihm kommen.

Voller Freude erkannte die Prinzessin, dass der König ja genau in ihrem Palast wohnen würde.

Sie konnte es kaum erwarten, den König zu besuchen und in seinen Armen zu sein..

Die unsichtbare Last

Gepostet von Jocky um 14:49


Gestern Nacht lag ich noch eine Weile wach und grübelte über verschiedene Erlebnisse nach. Da kam mir auf einmal diese Geschichte. Während ich so dalag entfaltete sie sich vor meinen Augen. Also stand ich auf, um sie gleich niederzuschreiben, bevor wichtige Details verloren gingen…

Es war einmal ein sehr alter Mann, der trug einen großen Korb voller Steine auf seinem Rücken. Nur hatte er das über die Jahre vergessen und wunderte sich dauernd, warum er sich so mühsam durchs Leben schleppte.

Als er jung war, war der Korb noch leicht und hatte nur wenige Steine. Bereitwillig nahm er es in Kauf, wenn Leute ihm Steine hineinwarfen, wenn er sich mal wieder einen Spaß erlaubt hatte. So nannte er es zumindest, wenn er sich auf Kosten anderer amüsierte. Es war fast schon auf diese Steine aus, zeigte es ihm doch, dass etwas Besonderes passierte. Alles andere war ja langweilig. Und was kümmerten ihn schon diese Steine? Schließlich war er noch jung und konnte er doch damit auch seine schier unbändige Kraft beweisen.

Es passierte öfter, dass irgendwelche Memmen (so nannte er sie verächtlich) auf ihn zukamen, die ihm von ihrem Freund erzählten, der ihnen gerne ihre Steine abnehmen wollte. Für jeden der das tat, würde er eigene kleine Steinhäuser weit oben in den Bergen bauen, wo die Aussicht besonders schön sein sollte. Gerüchten zufolge sollte dieser Freund sogar unter der Last all der Steine tot zusammen gebrochen sein. „Wie sollte er dann aber Steinhäuser bauen können? Alles Ammenmärchen für Weicheier wie diese“, schnaubte er spottend.

So war er froh, dass er eines Tages auf eine Gruppe von Leuten stieß, die ihm erzählten dass die Steine in dem Korb auf seinem Rücken nur Erfindungen dieser Memmen waren, damit man ihnen die Geschichten von dem Steinhausbauer in den Bergen glauben würde. Einer von ihnen hatte sogar so etwas wie einen Zauberstab, den dieser über dem Korb auf seinem Rücken schwang. Und tatsächlich war auf einmal auch nichts mehr davon zu sehen! Wie fühlte er sich da erleichtert, dass er sich über die Steine keine Gedanken mehr machen brauchte. Die Welt lag ihm zu Füßen. Er konnte tun und lassen, was er wollte!

Die Jahre vergingen und unser Mann lebte sorglos weiter. Er nahm das Leben wie es kam. Ob er weitere Steine auf seinem Rücken sammelte, interessierte ihn reichlich wenig, er sah sie ja auch nicht mehr. Doch irgendwann merkte er, wie er langsam das Alter spürte. Er kam auch in immer höhere Regionen seines Landes und er merkte, wie der Weg langsam aber sicher auch immer steiler wurde. Er realisierte, dass er auch immer weniger zum Leben brauchte. Deshalb wunderte er sich, warum es immer noch so beschwerlich war, hatte er sich doch längst allen nutzlosen Dingen entsagt. Er war auch gar nicht mehr fähig, überflüssige Dinge mit sich zu tragen. Der Anstieg war einfach zu schwer. Konnte das wirklich schon die Bürde des Alters sein? (mehr …)

Die Gefahr des Feuers

Gepostet von Jocky um 18:36


Also ich muss sagen, dass ich in letzter Zeit schon ziemlich aufgewühlt bin. Und ich muss einfach mal meiner Seele Luft machen, was ja sonst nicht so meine Art ist. Seit Generationen leben wir nun in dieser Höhle unser beschauliches Leben, waren immer zufrieden mit dem was wir hatten. Haben niemandem etwas angetan und wurden von den meisten auch in Ruhe gelassen. Dass uns ein Säbelzahntiger zu Nahe gekommen wäre, ist auch schon lange her. Der Alltag war überschaubar, das einzige was sich geändert hat, das war das Wetter.

Nun kommt auf einmal so ein junger Hüpfer von der Nachbarsiedlung, immerhin zwei Tagesmärsche entfernt. Und der erzählt uns voller Begeisterung, dass sie gelernt haben Feuer zu machen. Stell dir vor, wo doch jeder weiß wie gefährlich das ist. Bisher haben wir immer davor gewarnt und es gibt eigentlich nur negative Sachen, die ich damit in Verbindung bringe. Wenn ein Blitz in einen Baum schlägt, ist der meist lichterloh verbrannt. An heißen Tagen ist es öfter schon passiert, dass die trockene Wiese auf einmal in Flammen aufgegangen ist. Kein Mensch weiß warum! Und jetzt erzählt mir der Schnösel, dass sie diesen gefährlichen Stoff sogar in ihre Höhle gebracht haben! Genau da, wo sie leben. Was da alles passieren kann! (mehr …)