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Mein Weg mit Taufe



Angeregt durch aktuelle Diskussionen mit dem Thema Taufe, will ich hier mal meine persönliche Geschichte mit dieser wichtigen Sache erzählen.

Da ich in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen bin, haben mich meine Eltern ganz bewusst als kleines Baby in der evang. Kirche taufen lassen. Da ich eine Zwillingsschwester habe, wurden wir zusammen „getauft“ und erhielten auch zusammen einen Taufspruch: „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?“ Römer 8,32

Mein ganzes Leben lang, gab es nie eine Frage daran, dass daran etwas falsch sein sollte. Ich wuchs in der Landeskirchlichen Gemeinschaft und der evangelischen Landeskirche auf. Der Glaube war dort lebendig, die Leute hatten eine Beziehung zu Jesus, auch wenn die Geistesgaben und der Heilige Geist weitestgehend ausgeklammert wurden.

Nachdem ich nach München gekommen war, charismatische Gemeinden kennenlernte, kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit Gemeinden, die die „Babytaufe“ nicht akzeptierten und wo nur die Glaubenstaufe galt. In mir sträubte sich alles und ich begann mich mit dem Thema zu beschäftigen. Während meiner Zeit auf der Beamtenfachhochschule in Hof besuchte ich Mittwochs öfter die Berg Zion Gemeinde in Hof. Fast jede Predigt handelte davon, dass wir uns doch taufen lassen sollten. Ein evangelischer Pfarrer einer charismatischen Kirchgemeinde gab mir einige Hefte, die Argumente für die Babytaufe brachten. Das beruhigte mich erstmal und damit war das Thema zunächst für mich erledigt. Ich betete: „Herr, wenn du willst, dass ich mich tatsächlich taufen lasse, dann musst du mir das schon ganz genau sagen!

Später kam ich dann zu den Jesus Freaks und war auf einmal ständig mit dem Thema konfrontiert. Als visueller Mensch fand ich es eigentlich total geil, dass es etwas gab, was man wirklich „anfassen“ konnte, um auszudrücken, dass man ein neuer Mensch war und zu Jesus gehörte. Für mich war aber ganz wichtig, dass es nur eine Taufe gab, deswegen wollte ich mich nicht einfach taufen lassen, einfach weil es cool war. Immer wieder ließen sich von mir Freunde taufen, von denen ich wusste, dass sie als Baby getauft worden waren. Sie kamen mir wie Verräter vor. Ich sagte mir: „Meinetwegen lasst ihr euch taufen, aber erwartet nicht von mir, dass ich das tue oder dass ich mich drüber freue.

Irgendwann kam der Convoy 2000, mit dem ich eine Weile mitfuhr. Dort ließen sich extrem viele Leute taufen. Ich hatte den Eindruck, dass sie das taten, um endlich ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, wie ein magisches Mittel. Für mich bedeutete Taufe aber, getauft sein in den Tod Christi, also sterben. In der Zeit danach ging ich auch durch eine schwere Zeit. Jesus machte einige Ansagen, was ich den zu lassen hätte und wovon ich mich trennen sollte. Das war für mich sterben! Mein Seelsorger sagte mir: „Wenn Jesus etwas sagt, was du tun sollst, dann tu es gefälligst!

In dieser Zeit hatte ich auch mehr mit Andy zu tun, der damals noch in der Schweiz wohnte. Wir telefonierten oft und ich besuchte ihn ein paar mal. Wir gingen auch einige persönliche und intime Sachen durch. Andy hatte sich kurz vorher bekehrt, obwohl er schon einige Jahre eine Jesus Freaks Gruppe leitete. So war das Thema Taufe bei ihm dran. Obwohl er keine Babytaufe hinter sich hatte, wehrte er sich mit Händen und Füßen. Irgendwann in dieser Zeit hatte ich auch den Eindruck, dass Jesus sagt: „Ich will, dass du dich taufen läßt.
Bei seiner Taufe war ich dann schließlich dabei (eine eigene Geschichte!). Er meinte dann so süffisant zu mir: „Na, wer da wohl als nächstes dran ist?“ Ich hätte ihn schlagen können…

Grundsätzlich war ich ja schon bereit, aber ich wollte erst wissen, warum ich das überhaupt tun soll, was bei Taufe eigentlich passiert und warum es so einen Unterschied macht, ob ich das nun als Baby tue oder später als Erwachsener. Ich sprach und diskutierte mit einigen Leuten. Aber all ihre Argumente brachten mich eigentlich eher weg von der Sache als dass sie mich überzeugt hätten.

Das Gemeine^^ war aber, dass Jesus durch mich selber zu mir über Taufe gesprochen hat. Irgendwann hatte ich beim Beten einen krassen Eindruck:
Ich sah die Hallen des Königs im Himmel. Überall standen Tische mit den herrlichsten Speisen und Getränken zum Bersten gefüllt. Die Räume waren erfüllt von dem wunderbarsten Licht, so dass jeder, der durch diese Räume ging, selbst dieses Licht ausstrahlen würde. Dummerweise befand sich aber niemand in diesen Räumlichkeiten, sie waren leer.

Dann wurde ich außerhalb des Palastes geführt. Draußen war es stockdunkel. Dort sah ich einige stinkende Mülltonnen, in denen einige Bettler wühlten. Sie suchten nach vergammelten Essensresten und tranken von den fauligen Pfützen am Boden. Sie waren total abhängig von diesen Dingen und konnten sich keine 5 Meter davon entfernen. Das krasse war: die Bettler waren die Kinder des Königs, ich war einer von ihnen.

Ich erkannte, dass ich mich nicht selber von dort befreien konnte. Ich sank auf meine Knie und rief zum König: „Bitte befreie mich, ich kann nicht mehr!“ Sofort kam der König und hob mich wie ein übermüdedetes Kind, das auf dem Boden eingeschlafen ist auf und trug mich zu den Hallen. Dort wurde ich erstmal gebadet, die schmutzigen Kleider ausgezogen, die Wunden und Eiterbeulen behandelt, bevor ich mich dann endlich an die vollgedeckten Tafeln setzen und all die Reichtümer genießen konnte…“ Als ich den Eindruck hatte, lief im Hintergrund „Sodom“ von Jerusalem. „We have Jesus… in Sodom…

Wie ich aus dem Buch „Nicht wie bei Räubers“ wusste, war die Badewann ein Symbol für die Taufe. Ohne diese würde ich also nicht in die Hallen des Königs kommen!
Hinweis Nr. 1

Dieser Eindruck flashte mich so sehr, dass ich ihn im nächsten Gottesdienst erzählte. Hinterher kam jemand deswegen auf mich zu und wollte Gebet. Als wir uns so unterhielten, sagte ich: „Manchmal müssen wir Dinge tun, die Gott von uns will, ohne dass wir es komplett verstanden haben.“ Daraufhin sagte Jesus zu mir: „Ja Jocky, manchmal musst du Dinge tun, die Gott von dir will, ohne dass du alles verstanden hast!“ Woops, da saß der nächste Pfeil. Wollte ich mich doch erst taufen lassen, nachdem ich verstanden hatte, warum ich das tun sollte. Hinweis Nr. 2

Irgendwann saß ich auf dem Klo und las in der Freakbibel (Hoffnung für alle) die Geschichte von der Taufe von Jesus durch Johannes den Täufer. Normalerweise lese ich ja meinen geliebten Luther. Aber hier stand es auf einmal ganz anders drin. Johannes (haha) will Jesus dran hindern, dass er sich taufen läßt. Und Jesus antwortet: „Wir müssen alles tun, was Gott will!“ Das war ja genau das, was mir mein Seelsorger gesagt hat, über die Dinge, die Jesus sagt, die ich tun soll. Wenn also Jesus schon eine Sache macht, die total irrsinnig ist, nur weil es sein Vater will, kann ich mich dann über ihn stellen und es nicht tun? Also gab ich mich geschlagen und habe mich entschieden, es zu tun. Die Frage, was das denn nun für Auswirkungen auf meine Babytaufe hätte, blieb erstmal unberührt. Hinweis Nr. 3

Mir war nur noch wichtig, dass meine Eltern da auch noch mitkönnen würden. Als ich anrief, war meine Mutter am Apparat. Irgendwie war es für sie okay, auch wenn sie natürlich noch an ihrer Kindertaufe festhielt.

Am liebsten hätte ich natürlich eine fette Taufe am See gehabt, mit viel Lobpreis und Gebet, naschließender Grillparty und fettem Badespaß bei sonnigem Wetter… Nun hatten wir aber am kommenden Wochenende eine Gebetsversammlung der Jesus Freaks, PRAYER WARRIOR III. Im Vorfeld hatten wir den Eindruck, dass wir den Leuten sagen sollten, dass sie die Dinge tun sollten, die Gott ihnen gesagt hat. Nun konnte ich schlecht dahingehen ohne es selbst getan zu haben. Also musste das vorher passieren…

Ich übernachtete in einer Freaks WG in der Hessestraße in Nürnberg, in deren Badewanne auch schon viele Leute getauft worden waren. Leider war nicht viel Zeit, da wir ja dann abends ja zu dem Meeting mussten. So wurde ich nur schnell in der Badewann getauft ohne viel Gebet und Lobpreis. Ich ärgerte mich, dass ich nicht ganz unter Wasser war (wenn schon Wassertaufe, dann wenigstens ganz bedeckt). Ich kam mir immer noch wie ein Verräter an meiner Kirche und meiner Babytaufe vor.

Am Wochenende ging es sehr viel um das öffentliche Bekennen von Schuld. Ich sagte den Leuten nach 2. Chronik 7,14, dass es auf die Reihenfolge drauf ankommt. Erst beten wir und bekennen unsere Schuld und dann kommt Gott und heilt das Land. Darauf Jesus: „Ja Jocky, es kommt auf die Reihenfolge drauf an!Hinweis Nr.4

Einige unterhielten sich in der WG über jemanden vom Treffen, wo sie der Meinung waren, dass die sich auch taufen lassen sollte. „Das bißchen bespritzen reicht ja wohl nciht aus.“ meinte Claudi, die mich auch getauft hatte. Das hat mich total verletzt, da ich ja noch damit zu kämpfen hatte, dass ich nicht ganz untergetaucht war. Und ich der Meinung war, dass es ja wohl nicht auf die Menge des Wassers drauf ankommen würde. In einem stillen Augenblick stellte ich sie daraufhin zur Rede. Nachdem sie sich entschuldigt hatte, hob sie hervor, dass sie momentan ganz stark spürt, wie der Heilige Geist die Dringlichkeit der Taufe betont. Das hat mich seitdem sehr stark geprägt.

Als ich von dem Wochenende zurückfuhr, hatte ich total den Frieden. Einige der Sachen, die ich von dem Wochenende erwartet hatte, waren nicht passiert. Trotzdem war da dieser Friede, den ich auch auf die Taufe zurückführte. Für mich war ja immer die Frage, ob sich denn durch die Taufe was verändern würde, was denn da nun geschehen würde.

Und ich kann sagen, dass ich um 180° verändert wurde. War ich vorher total zurückhaltend, bin ich nun Feuer und Flamme für das Thema. Ich kann nun gar keine Belegstellen für Kindertaufe finden, sehe allein schon in der Schrift, die Dringlichkeit der Taufe. Deswegen ist es mir wichtig, die Leute so schnell wie möglich zu taufen. Wenn es sein muss im eiskalten Wasser. Wir haben schon zentimeterdickes Eis aufgebrochen, um Leute zu taufen, mehrmals lag Schnee und oft war es einfach eiskalt. Die wenigsten Taufen waren bei warmen Sommerwetter…

0 Kommentare

  1. hey jocky. das is ne coole geschichte. vor allem der lezte teil.
    hm, ich habe immer gedacht nach einer taufe muss sich sofor schlgartig was ändern.iwie..man wird „toller“..oder sowas. ich wurde mit 8 getauft und habe so viel erwartet. Ich wachse auch in einem christlichen elternhaus auf und ich weiß jetzt das ich als ich getauft wurde keine wirkliche beziehung mit gott hatte. ich wusste das alles so in der theorie. und fertig. Ich würde mich so gerne nochmal taufen lassen, weil das einfach nix echtes war( für mich(!) nichts echts.. ich erwarte jetzt nich das sich nach einer taufe direkt alles ändert aber einfach für mich) und nur so „lala“ weil es alle gemacht haben.Iwie hab ich das gefühl das ich damals einfach zu „klein“ war. so wie bei einer babytaufe.Und ichhab mich oft gefragt ..geht das überhaupt sich 2 mal taufen lassen? und ich habe immer wieder gott gefragt und so. Naja jetzt weiß ich das dass ruhig geht ! und ich will es! Naja nur leider beitet sich hier niemand an der sowas macht. Also warte ich einfach ab.

    Herzliche grüße!
    Litha

  2. Danke Litha für dein Feedback und deine Geschichte.

    Mit meinem Beitrag wollte ich genau nicht sagen, dass man sich zweimal oder beliebig oft taufen lassen kann.

    Nach mir vor, ist es mir sehr wichtig, dass es nur eine Taufe gibt. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass die sog. Babytaufe damals gar keine Taufe war. Es fehlen ihr einfach die Elemente, die eine Taufe ausmachen.

    8 Jahre sind aber durchaus ein Alter, wo man sich bewusst für Jesus und damit für die Taufe entscheiden kann.

    Du musst das also mit Jesus ausmachen, ob du dich „nochmal“ taufen lassen willst. Wenn du das bejahst, sollte es auch Möglichkeiten für eine Taufe geben. Badewannen, Flüße und Seen gibt es überall. Ein Schwimmbad tut es auch 🙂

    Und mein Leben hat die Sache ziemlich umgekrempelt. Vom Taufverpöhner zum Taufjunkie 🙂 Die Leute nennen mich schon „Johannes, der Täufer“.

  3. naja mit 8 kann man das schon entscheiden aber für mich weiß ich das nix echtes war sondern ichhabs nur gemacht weil es die anderen gemacht haben. ähmlich wie zum konfi unterricht gehen nur wegen dem geld ( also ich war nie im konfo unterricht, aber machen ja manche^^) und ich hab das schon lange mit Jesus ausgemacht.;-)!Naja babytaufe halt ich sowieso n bisschen für bescheuert 😉 immerhin sollte man sich selber entscheiden und nicht die mama oder der papa !
    naja das mit den 2 mal taufen lassen habe ich aus deinem beitrag jetzt auch nich wirklich rausgelesen ich habe mich das nur vor n paar jahren mal gefragt, einfach so ;-)!

    (yes ich hab mein referat gehalten – war voll cool :D)

    herzliche grüße
    Litha

  4. Hallo Litha,
    verstehe, was du meinst. Musst du mit Jesus ausmachen. Offensichtlich seid ihr ja schon einer Meinung…

    Dann nichts wie zum „Dip“!

  5. hey Jocky – total coole Story, freut mich richtig das zu lesen – besonders auch diese Vision ist sehr krass und die Stelle von Jesus eigener Taufe ist für mich auch ein Hammer…

    ich war schon 10 Jahre voll mit Jesus am Start, als er mir das Thema aufs Herz gelegt hat und ich habe 2 Jahre rumgemacht – Bibelstudium usw., aber dann kam der Punkt wo ich fast verrückt geworden bin, dass ich noch nicht getauft war (Kindertaufe ist für mich ne Fake-Taufe 😉 – da hier niemand war, der mich taufen konnte, kam extra ein Evangelist aus München angereist und hat mich in unserem Bewässerungstank getauft… ja – es ist sooo krass, wenn einem da mal die Schuppen aus den Haaren gefallen sind! 😉

    Segen
    Bento

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