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Hugo Cabret: wunderbare Hommage an den Beginn des Kinos

Gepostet von Jocky um 23:57


Heute möchte ich euch einen ganz besonderen Film vorstellen. Er war für 11 Oscars nominiert und hat 5 gewonnen. Es ist ein wunderschöner 3D Film von Martin Scorsese, der im Paris der 30er Jahre spielt. Neben der eigentlichen Geschichte ist es eine herrliche Hommage an den Anfang des Kinos, vom Charme des Lesens, spricht von Träumen und unerfüllten Hoffnungen und den ganz normalen Sehnsüchten der Menschen.

Der Film ist auf sehr charmante Weise mit herrlichen Bildern erzählt und erinnert mich stellenweise an den Charme von “Die wunderbare Welt der Amelie“.

Nebenbei werden noch viele kleine Geschichten erzählt, die ihren ganz eigenen Reiz haben. Da sind die zwei älteren Menschen, die miteinander anbandeln wollen. Nur der Hund der Dame kommt dauernd dazwischen und knurrt den Verehrer des Frauchens an, obwohl sie offensichtlich die Liebe erwidern würde. Dem Glück steht endlich nichts mehr im Wege als dem alten Herren eine geniale Idee kommt…

Dann ist da der Stationsvorsteher, der dauernd hinter Hugo her ist, der eigentlich mit der Blumenverkäuferin zusammensein will, sich aber nie traut weil er meint, dass sein steifes Bein in unattraktiv machen würde.

Herrlich wie das Flair der 30er Jahre und das tägliche kleine Leben im Bahnhof wiedergegeben wird. Aber eigentlich wollt ihr ja die Geschichte von Hugo Cabret hören, oder?.



Hugo ist ein Waisenjunge, der nach dem Tod seines Vaters für seinen Onkel die Bahnhofsuhren warten und aufziehen muss. Da dieser ein Säufer ist, weiß Hugo lange nicht, was mit diesem los ist, weil er seit einiger Zeit verschwunden ist. Da er aber nicht ins Waisenheim geschickt werden will, verrichtet er die Arbeiten weiter, muss sich aber durch kleine Diebstähle über Wasser halten, da er ja nicht an den Lohn seines Onkels herankommt. Insbesondere bei einem Spielzeugladen versucht er an Ersatzteile zu kommen. Denn sein Vater hat ihm einen mechanischen Menschen hinterlassen, den dieser versucht hat zu reparieren. Vor allem wird er mit einem Schlüssel in Herzform aufgezogen. Der “Roboter” kann anscheinend schreiben und so hofft Hugo eine Botschaft von seinem Vater zu erhalten und arbeitet fieberhaft an der Maschine.


Als er eines Tages die junge Isabelle kennen lernt, die selber Vollwaise ist und bei ihrem Onkel lebt, dem Betreiber des Spielzeugsladens, findet er durch Zufall heraus, dass diese den fehlenden Schlüssel besitzt. Als sie ihn ausprobieren, produziert das mechanische Wesen eine Zeichnung aus einem der Filme, die Hugo immer mit seinem Vater zusammen im Kino gesehen hat!

Das erstaunlichste ist jedoch, dass sie mit dem Namen des Spielzeugladenbetreibers unterschrieben ist: George Méliès! Nun beginnt wahrhaft ein Abenteuer, denn das Rätsel ist gar nicht so einfach zu lösen. Die Frau ihres Onkels ist gar nicht so begeistert davon, als sie ihr die Zeichnung bringen. Sie sollten es lieber vor ihrem Mann geheim halten. Doch die Kinder forschen weiter und lösen ein unglaubliches Rätsel!


Spoiler! Der Onkel George Méliès ist ein berühmter Illusionist (der tatsächlich gelebt hat!), Theaterbesitzer und begnadeter Filmemacher, der nach den Wirren des ersten Weltkrieges mit seinem Filmschaffen nicht weitermachen konnte. Innerlich desillusioniert und ein Wrack lebt er weit unter seinen Möglichkeiten und hat alle Erinnerungen an diese Zeit aus seinem Leben verbannt. Durch die Kinder wird sein Lebensgeist wieder geweckt und es kommt zu einem Showdown, der Hugo fast ins Waisenhaus gebracht hätte. Am Schluß wird aber doch wieder alles gut!

Ich fand einige Aussagen des Filmes hochinteressant, die man auch geistlich interpretieren kann, auch wenn sie vermutlich nicht so gemeint waren. Ohne die Vaterliebe Gottes haben wir ja diese Waisenmentalität, die nicht weiß dass wir geliebte Söhne und Töchter Gottes sind. Wir müssen um unser Recht kämpfen, sind auf der Suche nach dem Platz im Leben, nach unserer Bestimmung und natürlich nach Liebe.

Hugo sagt an einer Stelle ungefähr folgendes zu seiner Freundin Isabelle:
Meine Bestimmung ist es, diesen Roboter zu reparieren (er versucht so seinem Vater nahe zu sein und dem Waisenhaus zu entkommen). Wenn ich meine Bestimmung nicht erfüllen kann, gehe ich kaputt. Als Uhrenmacher weiß ich, dass kein Teil in der Uhr überflüssig ist. Jedes hat seinen Platz und seine Aufgabe. Also glaube ich auch, dass ich einen Platz und eine Aufgabe in dieser Welt habe. Und genauso glaube ich auch, dass Du Isabelle einen hast!” Darauf erwidert diese: “Wenn ich meinen Vater und meine Mutter kennen würde, wüsste ich bestimmt meine Bestimmung!

Wie wunderbar! Wenn wir unsern himmlischen Vater wirklich kennen würden, wüsste jeder was seine Berufung, seine Aufgabe und sein Platz ist. Keiner von uns ist überflüssig, jeder ist gewollt und hat einen Platz auf dieser Welt!

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