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Die Nacht des Geschichtenerzählers IV: Umgang mit Leid

Gepostet von Jocky um 17:43

Da es in letzter Zeit immer wieder Kommentare auf einen bestimmten Blogartikel gab, der sich mit Leid beschäftigt, möchte ich in diesem Video einige kurze Punkte rund um den Umgang mit Leid aufführen. Vermutlich werde ich noch weitere Videos über das Thema Leid machen.

Der besagte Blogartikel “Ich hasse Dich, Gott!” befindet sich hier: klick

Inhalt:
0:48 – Intro
2:49 – Berechtigung für dieses Video
4:13 – 1. Leid gehört zum Leben
4:47 – 2. Jeder darf anders leiden
5:10 – 3. Druck bringt hoch, was in mir ist
6:39 – 4. Gott arbeitet am Charakter
7:55 – 5. Wahrheit muss durchlebt sein
8:33 – 6. Schmetterling durchbricht Kokon
9:23 – 7. Krisen sind endlich

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Wenn euch die Musik des Videos gefallen hat, dann folgt doch gerne auch diesem Künstler:

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Eine Antwort

  1. Franz sagt:

    Es ist wirklich sehr gut, dass du endlich mal dieses Thema berührst. Meiner Meinung nach ist das das wichtigste Thema in der Welt – besonders in diesen Zeiten – womit sich jeder, der sich als Mensch bezeichnet, beschäftigen muss, um sich weiter zu entwickeln.

    Und diese Blogseite vom Januar 2015 – obwohl sie eine ganz einfache Seite ist – ist weltweit (auch alle anderen Sprachen betrachtend) eine einzigartige Bühne, die mit all den Kommentaren (zwei Beiträge gehören mir) zu den Leidenden auch bisschen Trost schenkt. Und sicher landen viele Leute auf dieser Seite mit einer Suchmaschinensuche mit Wörtern “ich hasse Gott”.

    Ich will hier auch erwähnen, dass eine andere ähnliche einzigartige Seite (in englischer Sprache) wäre: https://joleneunderwood.com/god-let-me-down/

    Es gibt auch die Seiten vom Erzbistum Köln (https://thema.erzbistum-koeln.de/ohnegott/beitraege_lesen/ich_kann_nicht_an_gott_glauben/), wobei hier aber über Leid hinaus mehrere Themen und Argumente umfasst werden.

    Selbstverständlich, für jeden, der sich ganz tief mit dem Thema Leid beschäftigen möchte, sind die Seiten von Ursula Homann einfach unvermeidlich:
    http://www.ursulahomann.de/DieHiobsfrageIstImmerNochVirulent/kap001.html

    Nun, Leid kann man nicht so einfach nur mit einer Lebenskrise definieren oder ausdrücken. Leid ist viel mehr als das. In einem Leid gibt es mehrere aufeinander folgende traumatisierende Lebensereignisse, die schließlich zu einem Punkt führen, wo es keinen Ausweg, keinen Ausgang mehr gibt (egal was man mit besten Absichten ständig versuchen würde). In einem Leid gibt es eine große Machtlosigkeit gegen eine höhere Gewalt, die keine Gnade und kein Mitleid zeigt. Man ist allein im Stich gelassen. Das Geschrei wird nicht zugehört. In einem Leid gibt es Gottes ständiger Druck am Hals. Alle Türe werden geschlossen, alle Hoffnungen zunichte gemacht. In einem Leid hinterlassen die Lebensereignisse ihre Spuren das ganze Leben lang!

    Dann, dass ein Schmetterling (Raupe) Kokon durchbricht, ist kein Beispiel zum Leid, Das hat mit Leid überhaupt nichts zu tun. Dabei kann man höchstens von einer gewissen Anstrengung reden, aber nicht mehr. Ein Schmetterling wird Kokon durchbrechen, eine Kücke wird das Ei durchbrechen, ein Baby wird zuerst krabbeln und dann mit bisschen Mühe auf den Beinen stehen. Diese minimalen Anstrengungen sind natürliche Prozesse in der Evolution. Es gibt hier kein Leid! Aber wenn es irgendwo ein Leid gibt, dann ist es meine Aufgabe und Pflicht mit voller Kraft zu helfen, wenn ich mich als Mensch definiere. Bei einem Leid gibt es keine Aussage wie “lassen wir mal denjenigen das durchmachen, dadurch bekräftigt er seine Muskeln”. Und dadurch gebe ich auch eine Lektion zum Gott in Sachen Gnade und Mitleid, wo er so gerne darauf verzichtet, eine helfende Hand zu reichen. Spontane Beispiele: Wenn ich in einem Waldstück ein verletztes Tier sehe, das weint und jammert, kann ich meine Augen nicht zumachen. Es baut sicher keine Muskeln auf. Oder die Menschen in den Konzentrationslagern bauten auch keine Muskeln auf. Das ist Leid!

    Weiters, ja, jedes Leid hat ein Ende. Was für eine gute Nachricht (!). Das bedeutet noch lange keine Hoffnung und kein Trost. Denn, wichtig ist wie es endet. In fast gar keinem Fall endet ein Leid mit Glücklichkeit oder Wiedergutmachung oder Versöhnung. Wieder ein spontanes Beispiel: Für die Menschen in den Konzentrationslagern endete das Leid in den Gaskammern (nur reiner Zufall, dass ich KZ-Beispiele gebe)! Was für eine Hoffnung für die Leidenden! Und so ist es auch für alle anderen Leidenden; die enden auch in ihren eigenen Gaskammern metaphorisch betrachtet.

    Dieser Gott ist auch kein fehlerfreies Produkt oder so was! Er soll lieber zuerst in den Spiegel schauen und mehrere Fragen beantworten, und zwar ohne seinen berühmten nerventötenden Größenwahn und Stolz, und ohne Schickimickiversen, die sowieso nicht seine eigenen Worte sind. Er soll endlich einmal mit seiner geisteskranken Sturheit aufhören und versuchen, die Herzen zu erobern.

    Solange er allen Leidenden keine Wiedergutmachung, keine Restitution anbieten kann, solange er alle verlorengegangenen Dinge nicht reversibel machen kann, und solange er alle Dinge wieder nicht dorthin platzieren kann, wo sie hingehören, ist er für mich und sicher für alle Menschen mit Vernunft, Verstand, Gnade und Mitleid, nichts anderes als ein Kasperl.

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